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F-4F "PHANTOM II" (37+58)

 

Datenblatt:

Hersteller:    McDonnell Douglas, Lambert Field, St. Louis, Missouri, USA

Block:    55-MC

Serial Number:    72-1168

McAir Ship/Cumulative:    4490/0058

Kennung:    37+58

Erstflug:    06. Mai. 1974

Überführungsflug:    20. Juni. 1974 (Start in St.Louis mit Ziel Deutschland)

Modifizierungen:    KWS - LA

Letzter Flug:    05.08.2003

Flugzeit auf der Zelle:    5501:15 Fh total

Kategorie:    Zweisitziger Jagdbomber

Verbände:

Feldwerft F-4 Schleuse, Jever     06.08.1974 Indienststellung

JG 74 "Mölders", Neuburg            26.09.1974 - 01.10.1975

JaboG 35, Pferdsfeld                    02.10.1975 - 13.02.1992

JG 72 "Westfalen", Hopsten         14.02.1992 - 03.10.1994

JG 73 "Steinhoff", Laage              04.10.1994 - 12.05.1997

JG 72 "Westfalen", Hopsten         13.05.1997 - 01.02.2002

FlLehrZ, Hopsten                           01.02.2002 - 05.08.2003

> (05.08.2003, 5.631 und letzte Landung, FlgH Neubrandenburg-Trollenhagen)

> (Ausgephast in den Dokumenten jedoch erst am 16.10.2003, Rheine-Hopsten)

LVR 2, FlgHStff Trollenhagen       05.08.2003 - 28.06.2007 und letztlich in Trollenhagen die

EinsUstgGrpLw, FlBtrbStff           28.06.2007 - 09.04.2014

 

> Am 09.04.2014, mit Erwerb über die VEBEG, Übernahme in die Sammlung des IVLN.

> Einzig das JG 71 "Richthofen", Wittmund, ist leider nicht in ihrer Lebenslaufakte als Heimatverband verbucht. -Schade!-

 

 

Geschichten zur F-4F "37+58":

 

Wie kam es eigentlich dazu, dass eine F-4 in Trollenhagen diente?

Im Jahr 1996 führte die Belgische Luftwaffe ein TACEVAL mit 12 F-16AM/BM in Trollenhagen durch - und es sollten noch weitere TACEVALs und OPEVALs der NATO in Trollenhagen folgen. Um das Flugverkehrskontrollpersonal (TWR/APP) in Trollenhagen auf einem guten Trainingszustand zu halten, wurden wöchentlich Übungsanflüge der verschiedensten Luftwaffenverbände auf den Platz durchgeführt und dieses oft mit dem "Umdrehen" der Maschinen verbunden. Da Teileinheiten wie Cross-Servicing, SonderKfz, POL und die Feuerwehr ebenfalls ihr Trainingspensum brauchten, wurden die Gastmaschinen gelegentlich für Rettungsübungen herangezogen (nicht immer zur Belustigung der Luftfahrzeugbesatzungen, die auch gerne zügig wieder nach Hause wollten...). Zu jener Zeit diente die MiG-23ML #554 für Anfahrt- und Rettungsübungen der Fliegerhorstfeuerwehr. Da die 23 über einen KM-1 Schleudersitze verfügte und damit etwas anders im Handling war als F-4, TOR, F-16 und Co. - desweiteren eher ein Museumsstück als ein Rettungstrainer sein sollte - äußerte ich die Idee man solle die MiG schonen und doch eher eine der gerade zur Ausphasung anstehenden F-4F als Notfalltrainer einsetzen (zumal die beinahe täglich am Platz für Übungsanflüge waren). Der Gedanke wurde für sinnvoll erachtet und über den Dienstweg in die höheren Kommandobehörden gereicht, die - nicht nur Gott sei Dank - grünes Licht für die Überführung einer F-4 nach Trollenhagen gaben. Warum es 37+58 wurde entzieht sich bis heute meiner/unserer Kenntnis. Unmittelbar nach der Überstellung der Maschine wurde die Maschine von vielen Teilen "befreit" (zunächst durch die Werft aus Hopsten, später durch die Kameraden und Kollegen der "HWT F-4" aus Schortens/Jever). Die Hoffnung bestand, dass einige Teile von "758" durch den Ersatzteilumlauf gelegentlich wieder auf Flugfläche 450 unterwegs waren, Stichwort "Hochwertersatzteilgewinnung".

 

AirShow-Zirkus 2002/2003

Da 37+58 kurz vor ihrer fliegerischen Ausserdienststellung noch an einigen Airshows teilnahm, gibt es tolle Bilder im Internet - u.a. im FlugzeugForum oder bei airliners.com. Grandios ist, dass sie einige AirShows im Solo-Display flog und einige Fotografen damals schon mit ausgezeichneter Kameraausrüstung "draufhielten". Dokumentiert sind Flugtage in Italien, Holland und England (GB). Ich möchte nicht gegen Fotorechte verstoßen, daher meine Bitte um Verständnis, dass ich diese Bilder hier nicht einfach zeigen kann. Ich werde den einen oder anderen Fotografen anschreiben um eine Erlaubnis zu erhalten - mal sehen....

 

05.08.2003

An diesem Tag erhielten wir die Nachricht, dass die F-4F, die als Rettungstrainer für unsere Feuerwehr dienen sollte, zur Landung erwartet wird. Zügig wurde ein kleiner Empfang organisiert, Sekt kalt gestellt und unsere Fotografin bestellt. Gegen 10:00 Uhr sahen wir zunächst die wohlbekannte Rauchwolke und kurz danach die markanten Linien der Phantom. Nach einigen Übungsanflügen landete der Pilot Major Niebäumer mit seinem WSO Major Borst (damals beide LFBs im JG 73 "S" in Laage) "unsere" F-4 sicher um 08:21 ZULU / 10:21 Uhr MESZ auf der Piste 27 in Trollenhagen. Die letzte Landung war ihre 5.631te! Der anschließende kleine Sektempfang auf der Westramp ließ uns alle etwas melancholisch werden, wussten wir doch das 37+58 nur noch kurzzeitig komplett sein wird und wir ihr letztes Fauchen vernommen hatten....

Wie wir erst später erkannten, gab es an diesem Tag in Verbindung der Landung eine interessante Begebenheit:

An diesem Tag haben wir einen "Ehemaligen-NVAler-Flugtag" durchgeführt!! Der Pilot der Phantom, Major Niebäumer, flog früher MiG-21 im JG-2 in Trollenhagen, genauso wie der Platzkontrollleiter (TWR) Oberleutnant Nitschke. Der Endanflugkontrollleiter (PAR) war der damalig amtierende Staffelchef der FlgHStff Trollenhagen, Major Reitze, ehemaliger Navigator auf Tu-134 des TG 44 in Marxwalde. Die Kontrolle wurde aus der letzten Gedeckten Flugleitung (GDFL) im Dienste der Bundeswehr durchgeführt. Das Cross-Servicing Personal um den TE-Führer HFw Hanka, das die Maschine auf der "West-Ramp" annahm, war ebenfalls ehemaliges Personal des JG-2!!!! Wie der Zufall halt machmal so spielt, wurde "758" von lauter "Ehemaligen" in Trollenhagen empfangen. Welch ein Empfang für eine die aus dem Westen stammt...(15 Jahre vorher wäre der Empfang in Trollenhagen sicherlich noch um einiges größer gewesen!!! ....)

 

37+58 in Trollenhagen und 38+73 in Laage sind die einzigen beiden in Mecklenburg-Vorpommern verbliebenen PHANTOMs.

 

Fotostrecke zu "758":

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↑ oben:  Last Landing!!! Mit den typischen Wolken einer "richtigen" F-4 Landung setzte Major Niebäumer die Maschine, aus Hopsten kommend, auf der Piste 27 des Fliegerhorstes Neubrandenburg-Trollenhagen auf. Ein bewegender und trauriger Moment für alle Beteiligten - hörten wir doch zum letzten Mal ihre J79 Triebwerke, sahen den Qualm, hörten den Bremsschirm öffnen, rochen Hydraulikflüssigkeit, Sprit und heißes Öl.........also alles das, was eine lebendige F-4 ausmacht.

  

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↑ oben:  "Rollout". Gut zu erkennen ist ihre "cleane" Konfiguration. Lande- und Bremsklappen sind voll ausgefahren, das Höhenruder voll ausgeschlagen, das Bugrad ist auf voller Länge bis zum Anschlag verlängert und der Bremsschirm voll geöffnet - es wirkt also beinahe der volle zur Verfügung stehende Luftwiderstand zum Abbremsen der Maschine. Aerodynamisches Bremsen, wie bei F-15 oder F-16 war bei F-4 Landungen kein normalerweise eingesetztes Mittel, da ja generell der Bremsschirm gesetzt wurde. 

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↑ oben:  Der Arbeitsplatz des Piloten. Soweit komplett - bis auf eine ganz kleine Kleinigkeit....das Typenschild ist bereits entfernt und damit erlosch die Zulassung - an ein fliegen war also nicht mehr zu denken.

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↑ oben:  Der Arbeitsplatz des WSO.

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↑ oben:  Kurze Zeit nach der Landung wurde "758" zur Halle 36 geschleppt und auf ihren Stellplatz gedrückt. An ihrer Seite steht ein Tornado der mit Vogelschlag in Trollenhagen landete und sich einer Reinigung und Reparatur unterziehen musste, erst danach ging es wieder zum Heimatverband zurück.

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↑ oben:  Auf dem Stellplatz angekommen wurden ihre Bodensicherungen angebracht und einige Tage später began die Werft aus Hopsten mit der Hochwertersatzteilgewinnung. Da es damals noch keine Entscheidung zur späteren musealen Übernahme - jedoch schon eine Idee - gab, wurden die Ausschlachtung der "758" doch leider sehr akribisch durchgeführt. 2003 flog ja auch noch eine beachtliche Flotte an F-4F in der Luftwaffe und diese Maschinen galt es einsatzklar zu halten.

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↑ oben:  Das "Westfalenpferd", Wappen des JaboG 36, JG 72 und des FlLehrZ

  

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↑ oben:  Ihre Seriennummer auf der Seitenruderflosse (liest sich wie folgt: Fiscaljahr 1972; die 11er sind die 37er Phantoms und die darauf folgende 68 rechnet man minus 10 und das ergibt 58 - also ganz klar 37+58!).

Das mit der 11 stimmt natürlich nicht bei jeder F-4F, da das System ja bei der zweiten Zahlenreihe um 10 verschoben ist ...... ;-)

Ist halt Grippsgymnastik - und die Rechenaufgabe wurde, wie mir in Laage von einem "Oberstaber" erzählt wurde, natürlich öfters mal jungen Technikern und Warten in den Geschwadern gestellt....

  

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↑ oben:  Wenn in Trollenhagen die OPEVALs liefen bekam unsere "758" öfter mal Besuch ihrer alten Kameraden.... Hier wird "781" von ihrem Dockplatz in der Halle 36 zur Westplatte geschleppt um wieder am Übungsgeschehen teilzunehmen. (Interessant und einmalig ist sicherlich: gleich wird "781" an der MiG-17F "781" vorbeigeschleppt und in Neuenkirchen, also gleich nebenan, steht die MiG-21MF "781".....). Zu beachten ist der bereits damals stark verwitterte Anstrich von "758" und die unterschiedliche Position der Geschwaderwappen - Modellbauer ACHTUNG.

 

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↑ oben:  Dienstaufsicht durch den OvWa - er sah Licht in der Halle und ging der Sache auf den Grund! Prima, gut gemacht - das gab ein sicheres Gefühl!

  

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↑ oben:  Bodensicherungen und Bremsschirme... Prima Display für die Modellbauer.

  

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↑ oben:  Das laute Ende der F-4

 

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↑ oben:  "HWT F-4" aus Schortens bei der Arbeit - es war leider nicht zu verhindern....

  

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↑ oben:  Auch die belasteten Tanks mußten raus - soll die F-4 doch nicht mehr fliegen...

  

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↑ oben:  Von viel "Last" befreit, kurz vor der Farewell-Party zur Schließung des Fliegerhorstes.

  

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↑ oben:  Ihr letzter großer dienstliche Auftritt zur Ausserdienstellung der EinsUstgGrpLw, in der Halle 36 auf dem Fliegerhorst.

 

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↑ oben:  Die drei bekanntesten Muster des Vietnamkrieges: MiG-17, MiG-21 und F-4 - friedlich in Trollenhagen vereint!

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↑ oben:  Herbst 2014. Zwischengeparkt auf dem zivilen Vorfeld der FNT GmbH stehen 37+58, sowie der IDS Tornado 43+73, einträchtig nebeneinander und warten auf ihre Restaurierung.

 

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↑ oben:  Zum besseren und schadensfreien Einhallen haben wir die beiden Tragflächenenden hochgeklappt. Der Mechanismus machte uns viel Ärger da er über 10 Jahre nicht mehr benutzt wurde und die Korrosion einsetzte. Dank mehrerer Flaschen WD40 und diverser Kriechfette - über ein halbes Jahr verteilt -, sowie der fachgerechten Arbeiten unter Leitung von "Ali" und "Hein" führten die Versuche das System wieder zum "spielen" zu bekommen letztlich zum Erfolg. Nach den Aufnahmen wurden Flex und Säge angesetzt und die Verriegelungen demilitarisiert.

 

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↑ oben:  Um das Ganze richtig zu Sichern sind die originalen Sicherungen nicht nur hilfreich sonder unabdingbar!

  

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↑ oben:  Das Ganze wird mit einem kleinen Vierkant unterhalb des kleinen waagerechten Zahnrades in Gang gesetzt - gut geschmiert funktioniert's.

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↑ oben:  "BRANDY-TOWER" im Hintergrund

  

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↑ oben:  "HEIN" schleppt "758" in ihre neue und hoffentlich zukünftig ständige "Box".

  

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↑ oben:  Seltene Draufsicht auf eine F-4, hier beim Zurückdrücken in ihren Shelter.

  

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↑ oben:  Passt!

   

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↑ oben:  Nun wird es darum gehen Korrosionsschäden zu beheben, da sie die letzten 10 Jahre unter freiem Himmel verbrachte und der Fliegerhorstfeuerwehr als Rettungstrainer diente. Des weiteren werden wir sie Stück für Stück komplettieren damit sie wieder ein optischer Leckerbissen wird.

 

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  ↑ oben:  APQ-120 im Selbstbau aus etlichen gesammelten und durch die Mitglieder - hier vor allem Ali - gebauten Teilen. Daher nicht original in seiner Zusammenstellung - aber es ist drin!!! 

 

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 ↑ oben:   

 

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  ↑ oben:  

 

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  ↑ oben:  

 

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  ↑ oben:  

 

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  ↑ oben:  

 

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  ↑ oben:  

 

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  ↑ oben:  

 

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  ↑ oben:  

 

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  ↑ oben:  

 

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 ↑ oben:   

 

 

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  ↑ oben: