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L-39ZO (139)

 

Datenblatt

Taktische Nummer:        139

Werknummer:              731001

vorheriger Standort:      Historisch-Technisches Informationszentrum Peenemünde (http://www.peenemuende.de)

Besonderheit:              Die "139" war die Erste, an die NVA, ausgelieferte L-39ZO.

 

Historie

Seit einiger Zeit erweitert ein weiteres Schmuckstück unserer Ausstellung - eine L-39ZO.

Ab 1963 arbeitete der tschechische Flugzeughersteller „AERO Vodochody“ an einem Nachfolgemuster der erfolgreichen L-29 „DELFIN“. Die L-29 war der Standart-Jet-Trainer für viele Staaten innerhalb des Warschauer-Vertrages sowie Afrika und einigen Länder Asiens und Lateinamerikas. Die Erprobung der L-39, nach dem Erstflug am 04.11.1968, zog sich bis 1972 hin. Die Auslieferung der ersten Serienmaschinen erfolgte im Jahr 1974.

Im Jahr 1977 wurden durch die DDR 52 L-39ZO (Waffen-/Fortgeschrittenen-Trainer) sowie 2 L-39V (Zielschlepper für das Luftziel KT-04 in der ZDK-33 in Peenemünde) beschafft. Die L-39ZO ersetzte schrittweise, bis in das Jahr 1980, die L-29 in der Pilotenausbildung der Jagd-/Jagdbombenfliegerverbände der LSK/LV der NVA.

Neben der fliegerischen Ausbildung wurde die L-39ZO auch für das Training zur Bekämpfung von Bodenzielen eingesetzt. Die Waffenlast betrug 1.000kg. Neben Bomben von 50 bis 500kg, wurden auch UB-16-57-Raketenwerfer eingesetzt. Im Einsatzfall sollte die L-39ZO als leichtes Erdkampf-Flugzeug eingesetzt werden. Bis 1983 übte man sogar den Einsatz von Infrarot-Luft-Luft-Raketen R-3S. Des Weiteren konnten zwei 350-Liter-Zusatzbehälter an den Tragflächen angebracht werden.

Bis zur Auflösung der DDR-Luftstreitkräfte gingen nur zwei L-39 durch Absturz verloren – die taktischen Nummern 172 und 156 stürzten in der Nähe von Pasewalk und Anklam ab, ihre Besatzungen fanden dabei jeweils den Tod.

Die im „Interessenverein Luftfahrt Neuenkirchen e.V.“ ausgestellte „139“ ist (wie die Nummer wohl verrät) die erste an die NVA ausgelieferte L-39. Sie diente im Fliegerausbildungsgeschwader 25 (FAG-25) in Bautzen vom 26.10.1977 bis zur Außerdienststellung des Verbandes am 02.10.1990.

In das Arsenal der Bundesluftwaffe wurde die L-39 nicht übernommen, da zu dieser Zeit der Dassault/Dornier „Alpha Jet“ noch in vier Verbänden im Flugbetrieb stand (175 Maschinen im JaboG 41, 43, 49 und AusbKdo Beja/Portugal) und dieser beinahe ein gleiches Aufgabenspektrum hatte. Doch auch dem „Alpha Jet“ sollte keine lange Dienstzeit mehr in der Luftwaffe bevor stehen und wurde 1997 ausgemustert – der lange Schatten des „Mauerfalles“ machte sich bemerkbar…. 

 

Bilderstrecke

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↑ oben:  Die L-39ZO "139" beim Abtransport aus dem Historisch-Technisches Informationszentrum Peenemünde - ordentlich verzurrt geht es auf die Reise nach Neuenkirchen.

 

L-39ZO_139_IVLNL-39ZO_139_IVLN ↑ oben:  Auch bei der "139" haben wir unmittelbar nach der Ankunft mit Restaurierungsarbeiten begonnen. Das Salzwasser der Ostsee hatte bereits zu einigen Korrosionsschäden geführt und es besteht daher Handlungsbedarf.

 

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↑ oben: Nun steht sie ordentlich zusammengesetzt in Neuenkirchen. Der Regen spült ihr langsam das Salzwasser von der Aussenhaut - in Peenemünde an der Ostsee ist viel rauher als das Wetter im Mecklenburger Innenland.

 

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↑ oben: Schick sieht sie aus - und lädt in Gedanken zum Fliegen ein.

 

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↑ oben: Als bei einer NATO-Übung, wegen eines Vulkanausbruchs auf Island, beinahe alle Flugzeuge in Europa stehen blieben (jedenfalls die die Luft atmeten) konnten die L-159 ALCAs und JAS-39 GRIPEN der tschechischen Luftwaffe die von Trollenhagen aus flogen, nicht starten. Die Techniker, die teils auf L-39 ausgebildet waren, haben das Angebot strahlend angenommen als ich ihnen sagte das wir im Verein einen ALBATROS haben und Probesitzen möglich ist.

 

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↑ oben: Torsten beim Öffnen des vorderen Cockpits - hier ist stabiler Stand nötig.

 

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↑ oben: Jetzt geht die Inspektion erst richtig los - ob es einen Quali-Stern gibt?

 

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↑ oben: Die Anlassturbine / APU im Heck der L-39

 

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↑ oben: Abschlussfoto, Torsten sichtlich zufrieden über den Besuch - haben wir doch vieles von den Warten über die L-39 gelernt.

 

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↑ oben: Udo an seinem ehemaligen Ausbildungsplatz - damals jedoch in Bautzen, nicht Neuenkirchen.

 

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↑ oben:  Nachtaufnahme des Frontcockpits der "139" - ausgeleuchtet mit der normalen Cockpitbeleuchtung.

 

Abflugbereit???: READY!!!!!